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Schweizerischer Landespreis für Kulturförderung

02.12.20 – 11.00 Uhr

Schweizerischer Landespreis für Kulturförderung

Preisübergabe im KKL Luzern
p(rahmen). Wetz:
Freitag 13.11.2020 um 08:15 Uhr
Wetz hatte die Einladung an die Preisträger und das neuste Interview fertiggestellt. Nach der Korrektur von Christian Vannay sollte alles um 14.00 Uhr an alle Preisträger abgeschickt werden.
Die Preisübergabe fand damals noch am Mittwoch, 2. Dezember um 17 Uhr im Marianischen Saal, an der Bahnhofstrasse 18 in Luzern statt. Mit dabei waren die Preisträger, das KKLB-Team, der Luzerner Kulturminister Herr Regierungsrat Marcel Schwerzmann und der Kulturbeauftragte vom Kanton Luzern Herr Stefan Sägesser.
Und dann das:
Freitag 13.11. 2020 um 12:01 Uhr
Stefan Sägesser orientiert unseren KKLB-Direktor Silas Kreienbühl, dass sich der Kanton leider zurückziehen muss. Die Veranstaltung kann nicht wie geplant in diesem Saal stattfinden. Und Marcel Schwerzmann könne leider nicht dabei sein. Der Kanton sagt alle Feiern oder ähnliches grundsätzlich ab.
Und dann Wetz:
Freitag 13.11. 2020 um 13:15 Uhr
Der Anlass wurde abgesagt. Wetz ist von seiner Idee weiterhin total überzeugt. Er sucht einen neuen geeigneten Ort in Luzern. Am besten im Aussenbereich unter einem guten Dach.
Um 15:53 hat Wetz bei der Luzerner Kantonalbank in Sursee, bei Frau Angela Zimmermann, die 2200 Stück vorläufig abbestellt.
Und nun hat es doch noch geklappt:
Donnerstag 20.11. 2020 um 08:06 Uhr
Ein Freund von Wetz, Felix Howald, der Verwaltungsratspräsident vom KKL Luzern hat sich für unser KKLB Beromünster eingesetzt. Wir erhalten für unsere Preisübergabe den gewünschten Platz unter dem grössten Dach der Kultur. Unsere Preise dürfen wir dort am 2. Dezember um 11:00 Uhr in Luzern feierlich überreichen. Die entsprechende Aussen-Bewilligung wurde für unser KKLB-Team vom KKL-Team organisiert.
Und dann noch am selben Tag um 13:30 Uhr hat Wetz die 2200 Banknoten bei seinem langjährigen LUKB-Top-Bank-Berater Andi Burkhard in Sursee wieder neu bestellt.
Wetz wird die sieben Preise übergeben. Alle Preisträger erhalten das Geld in 50er Noten in einem Wetz-Parkett-Holzkoffer. Man beachte der Löwenzahn auf der 50er Note. Dieser wird offensichtlich schon bald seine Samen für ein neues wieder Wachsen in der Kunst und Kultur abwerfen.

Schweizerischer Landespreis für Kulturförderung

Zum Projekt «Schweizerischer Landespreis für Kulturförderung» Gibt es nun schon wieder ein altbekanntes Interview von Werner Zihlmann mit dem Künstler Wetz

(WZ: = Werner Zihlmann)

WZ: In den vergangenen 10 Jahren KKLB gab es nur noch ganz selten dieses sehr beliebte Interview von Werner Zihlmann mit Künstler Wetz. Warum gibt es jetzt gleich schon wieder Eines, das letzte zum Projekt «art-bunker-lucerne» ist gar nicht lange her?

Wetz: Ja, das ist wirklich speziell. Aber es war so, als ich kürzlich dem SRF-Nachrichten-Chef vom Schweizer Radio und Fernsehen, einem Freund von mir, zu diesem Projekt der «Förderung der Kulturförderer» einen Text geschrieben habe. Er schrieb zurück, dass er nun mich nicht ganz verstehe. Ich wolle Kulturgelder abgeben an Unternehmer?

WZ: Diese Frage ist ja nicht ganz verwunderlich, oder?

Wetz: Nein. Natürlich verstand ich, dass er diese Aussage nicht gleich sofort verstanden hat. Das sehr erfolgreiche KKLB ist laufend auf sehr viele Gelder von der Wirtschaft angewiesen. Nun kommt aber dieser Wetz, der dieses Gesamtkunstwerk leitet auf die Idee, mit einem «Schweizerischen Landespreis für Kulturförderung» einer 110 Tausend Franken teuren Kunst-Aktion, eine Preisvergabe an Firmen zu machen.

WZ: Warum das?

Wetz: Wir feiern im Jahr 2021 unser 100-Jahre-Jubiläum (90 Jahre Landessender plus 10 Jahre KKLB)! Es würde uns ganz sicher nicht geben ohne diese vielen 100 Tausend Franken, die wir bis heute aus der Wirtschaft erhalten haben.

WZ: Also gut. Das mit den je sechs Mal 10’000 Franken Preissumme zum Danke sagen scheint mir noch verständlich. Doch warum bekommt der Fuchs Paul von der Firma H&T Sursee gleich 50’000 Franken Preisgeld?

Wetz: Der Paul hat damals schon beim Tempel in Uffikon viel gesponsert und jetzt gerade muss er Bauarbeiten im ungefähren Wert von 200 Tausend Franken für den KKLB-U-Bahn-Eingang zum weltweiten Martin-Kippenberger-Metro-Net machen. Daher diese 50 Tausend. Diese sind quasi auch ein wenig als Anzahlung zu verstehen. Aber er wird mir so oder so eine Schlussrechnung nach seinem Gutdünken machen. Er wird sich fragen: «Wie viel ist mir und meiner Firma der Wetz und das KKLB wert?» Er wird dies als sehr erfolgreicher Top-Unternehmer sehr gut selber entscheiden können. Dafür braucht er keinerlei Beratung von mir.

WZ: Überall in der Wirtschaft holen Sie seit Jahren Geld für ihre Kunst- und Kulturunternehmen. Sie beziehen Strom von der Sonne und heizen im KKLB mit der Sonne dank dem KKLB-Preisträger BE Netz AG. An kalten Tagen brauchen sie noch eine weitere erneuerbare Energie, die vom KKLB-Preisträger Sigmatic AG kostenlos installierte Holzschnitzelheizung. Ich habe gehört, dass Ihnen sogar der Kaminfeger Andreas Wilhelm einen speziellen Kulturpreis macht.

Wetz: Er ist einer, der unsere Kunst und Kultur sehr schätzt. Daher sagte er mir, er würde einen Spezialpreis fürs KKLB machen. Da ich nicht weiss, wieviel es normalerweise kosten würde, weiss ich auch nicht, wieviel er sponsort. Aber, dass er sponsort, glaube ich ihm auf sicher. Er ist ein so guter Typ, er freut sich immer auch über den Kaffee, den wir ihm jeweils in den Heizungsraum bringen. Dies sei heute ganz und gar nicht mehr oft der Fall. Auch dem sehr höflichen Pöstler, dem Leuenberger Markus bieten wir immer mal wieder einen Espresso an. Aber leider hat er fast nie Zeit dafür, da er immer eine grössere Route zu bewältigen hat.

WZ: Es ist einfach nicht mehr normal heute, überall gibt es eine Hetzerei.

Wetz: Ja genau, und deshalb ist eben unser Gesamtkunstwerk KKLB von grosser Wichtigkeit. Wir wollen damit laufend die Welt zum Guten verändern. Dafür bekamen wir schon in Uffikon bei unserem Vorausprojekt KKL Uffikon Lob von höchster Ebene. Damals Ende 2004 hatte Harald Szeemann, der damalige «Papst der Kunst», unser Projekt zum weltwichtigen Gesamtkunstwerk in den Kunsthimmel erhoben. Die Folgen waren massiv, nicht nur im Ausland, sondern sogar bei uns in der Innerschweiz. In 2007 wurde ich von der hiesigen Kulturgilde wegen dieser Aussage zum bedeutendsten Kulturkopf der Zentralschweiz gewählt. Fünf Plätze vor DJ BoBo und 68 Plätze vor Marco Rima (Wetz lacht).

WZ: Die Welt zum Guten verändern mit Kunst, kann man das?

Wetz: Ich würde es so sagen, wie es mir Kaspar König, der weltwichtige Kurator aus Münster, sagte: «Wetz, ob die Kunst die Welt tatsächlich verändern kann, weiss ich nicht, aber was ich weiss ist, dass die Kunst die Welt mit Sicherheit nicht blöder macht.»

WZ: Bei ihrer Biografie liest man der Wetz sei erfolgsverwöhnt. Gab es bei Ihrem Künstlerdasein keine Misserfolge?

Wetz: Sicher gab es viele davon. Aber ich bin zum Glück in diesen Bereichen sehr vergesslich.

WZ: Dass die Firma Schaerholzbau einen Kulturpreis erhält, scheint logisch. Das ist meines Wissens sogar schon der Zweite, den sie erhalten. Überhaupt haben sie bei der Preisvergabe viele sehr langjährige KKLB-Sponsoren, die sie auszeichnen. Warum ist da die HUG-Familie mit dabei? Die sind doch erst neu als KKLB-Ausstellungssponsor tätig?

Wetz: Ganz genau weiss ich das eigentlich auch nicht. Es ist einfach so, dass mir diese Firma HUG Familie und vor allem einer der Geschäftsführer, Andreas Hug, ausserordentlich sympathisch sind. Ich will sie mit diesem Preis versuchen ein wenig anzubinden. Ob sie aber weiterhin bei uns in Partnerschaft bleiben wollen, entscheiden natürlich sie selber.

WZ: Sie führen die Brauerei Eichhof seit 1993 ununterbrochen als Ihr persönlicher Hauptsponsor auf. Ich habe aber gehört, dass diese Ihnen neu gar nichts mehr zahlen will.

Wetz: Das ist richtig. Sie wollen im 2021 ihre Geldzahlung, die sie seit 1993 ununterbrochen an mich geleistet haben, einstellen. Ich vermute sie haben momentan ein wenig Geldprobleme. Kein Wunder, wenn der FCL ohne Publikum spielt und die Leute nicht mehr in die Beiz gehen. Aber natürlich werde ich sie deshalb nicht verlassen. Sicher werde ich sie noch ein paar Jahre als Hauptsponsor von Wetz behalten, auch wenn sie nichts mehr zahlen.

WZ: Sie haben bei ihrer Kantonalbank in Sursee für die Vergabe vom «Schweizerischen Landespreis für Kulturförderung» 2200 Stück 50er-Noten bestellt. Dabei sagten Sie mir, die Bankerin am Telefon habe Sie gefragt, ob es Neue sein sollen oder ob Gebrauchte auch recht seien.

Wetz: Ja, das fand ich lustig.

WZ: Was haben sie darauf geantwortet?

Wetz: Neue oder Alte, sei mir egal. Der Preis dafür soll günstig sein, dies ist wichtig. Aber ich vermute, der Daniel Salzmann wird mir bei dieser Anzahl sicher etwa 9% Mengenrabatt geben. So wäre ich dann bei den 100 Tausend. Soviel wollte ich ja eigentlich ausgeben für diese Preise. Der liebe Herr Salzmann war, wie sein hervorragender Vorgänger Herr Kobler, schon oft sehr grosszügig beim Künstler Wetz. Ich werde ihn, und dazu den neuen und alten Chef von Sursee Urs Birrer und Philipp Vogel, an die Preisverleihung einladen. Sie sind ja die eigentlichen Geldgeber! (Wetz schmunzelt)

WZ: Warum 100 Tausend?

Wetz: Nur wegen unserem 100-Jahre-Jubiläum im 2021 (90 Jahre Landessender plus 10 Jahre KKLB). 100 Jahre und 100 Tausend Franken, das passt einfach gut.

WZ: Nun werden Sie also an Daniel Salzmann gelangen wegen dem erwarteten 50er-Noten-Rabatt.

Wetz: Nein, ich werde ihm nur dieses Interview schicken. Vermutlich wird er dann bei meinem Konto den Rabatt-Anteil von 10 Tausendernoten wieder anfüllen.

WZ: Diese Zuversicht möchte ich auch einmal haben.

Wetz: Das ist keine Zuversicht, das sind Erfahrungswerte, mit denen ich arbeite. Von meinem Nachbarn, dem Amrein Beat, brauche ich momentan auch gerade sehr viel Beton für die Kultur. Einer der alten Chefs, Hubert Amrein, kam schon mal im KKLB vorbei. Ich sagte ihm, er soll dem neuen obersten Chef der Amrein AG, Beat Amrein mitteilen, dass er dem Wetz dann nicht einen normalen Preis, sondern einen Kulturpreis in Rechnung stellen soll.

WZ: Und das klappt?

Wetz: Aus Erfahrung, ja. Es hat keinen Wert ein grosses «Bittibätti» für einen sehr speziellen Kultur-Beton-Preis zu machen. Entweder findet Beat den Wetz und sein Betonprojekt gut oder nicht. Beat ist ganz offensichtlich ein guter Unternehmer und kann daher ganz gut selber entscheiden, wieviel Betonanteil er für das neue KKLB-Projekt «art-bunker-lucerne» schenken will. Bei seiner Kalkulation wird vermutlich ein wichtiger Gedanke in die Waagschale geworfen: Wieviel nützt es mir und meiner Firma, wenn ich dem Wetz und seinem KKLB-Team eine schöne Menge Beton schenke?

WZ: Zum Thema Beton schenken haben Sie von der Sebastian Müller AG gerade etwa 15 Tonnen in Form von wunderbaren Betontreppen für den neuen U-Bahn-Eingang kostenlos erhalten.

Wetz: Ja, diese tollen Leute hätten natürlich auch einen «Schweizerischen Landespreis für Kulturförderung» verdient. Sie haben diese Treppen sogar noch kostenlos von Rickenbach ins KKLB transportiert. Es bleibt hoffentlich so, dass wir in Zukunft immer mal wieder Kulturpreise für Unternehmen vergeben werden können.

WZ: Übrigens habe ich noch gelesen, dass vier von Ihren sechs Brüdern vom Zihlenfeldlöchli Wolhusen auch einen Kulturförderungspreis erhalten.

Wetz: Ohne meine Brüder hätte ich meine Kunst-Projekte nie realisieren können. Sie sind neben meiner wichtigsten Teamplayerin Olivia Zihlmann und neben meinem KKLB-Direktor Silas Kreienbühl, meine schon ewig treuesten Kunstpartner. Der damalige Sport-Minister Adolf Ogi hat ihnen übrigens auch schon einmal ganz speziell gedankt für ihre Top-Wetz-Kunstwerkleistung, und zwar damals 1998 an der Eishockey-WM in Zürich. Er hat sie mit blumigen Worten in den Himmel der besten Kunstrealisatoren erhoben. Lustig war übrigens an der Eröffnung der WM’98 auch noch das Detail, als der damalige Bundespräsident Flavio Cotti meine «Kuh Lotti» mindestens während der WM zur «Kuh Cotti» machen wollte.

WZ: Na schön. Es gebe da sicher noch viele Wetz-Geschichten. Nun wünsche ich Ihnen und Ihrem hervorragenden KKLB-Team weiterhin viel Erfolg und danke Ihnen für dieses Interview.

Wetz: Ich habe zu danken.

WZ: Ach, noch eine Frage zum Schluss. Hat der Nachrichtenchef Stefan Eiholzer unterdessen Ihr Preis-Vorhaben gutgeheissen?

Wetz: Ich weiss es nicht sicher. Er ist nicht einer, der mir viel schreibt. Wenn er sich aber still hält, weiss ich, dass er es eher gut findet.

WZ: Auch noch vergessen. Warum Otto’s als Preisträger?

Wetz: Otto Ineichen war schon total wichtig für alle Wetz-Projekte und der heutige Chef, Mark Ineichen, ist ein megaguter Typ. Er hat den Mut gehabt, mir seine beste Verkaufsfläche über ein Jahr lang kostenlos für das Kunsthaus Sursee EINS zu spenden. Grossartig!

WZ: Und nun wirklich zum Schluss. Ist es tatsächlich wahr, dass Ihnen Martin Mendel innerhalb einer nur kurzen telefonischen Anfrage sofort einen kostbaren Egli-Sarg für ihr neustes Projekt «art-bunker-lucerne» geschenkt hat?

Wetz: Ja, natürlich gibt es viele Profiteure der jetzigen Krise, aber trotzdem ist es für mich ganz und gar nicht selbstverständlich, wie sich diese gegenüber unserem Gesamtkunstwerk spontan solidarisch zeigen.