Kunstwerk von Wetz: ABGESAGT!

Wetz: «Abstraktes Licht-Tänzlein für die Presse- und Kunstfreiheit» 2020

Das Sendeturm-Werk von Wetz musste nach seiner Premiere, nicht coronabedingt sondern wegen anderen Sicherheitsgründen, «ABGESAGT» werden.

Positives und Negatives von Wetz:

Positiv:

Der Probelauf und die erste Aufführung konnten durchgeführt werden.

Meine mir sehr wichtigen Inhalte vom Kunstwerk «Abstraktes Licht-Tänzlein für die Presse- und Kunstfreiheit» konnten hervorragend transportiert werden.
Die sehr zahlreichen Reaktionen waren total positiv. Einzig ein Mann, der von Sursee extra nach Rickenbach gefahren ist, wurde enttäuscht von meinem Kunstwerk. Er hatte eine höhere Lichtstärke und eine längere Aufführungszeit erwartet.

Meine Aufführung und der damalige Probelauf vom Kunstwerk haben dank akribischer Vorbereitungen keinerlei Polizei und Feuerwehreinsätze ausgelöst. Dank einer Falschaussage von Nik Hartmann, bei einer Sendung mit einer ausserordentlich hohen Einschaltquote KLICK, ist es mir gelungen mich bei der Polizei und bei der Flugsicherheit als Besitzer vom Sendeturm auszugeben.

Negativ:

Auch der dritte Versuch vom Einbezug des Sendeturms zum Landessender Beromünster ist mir leider nur für eine sehr kurz Zeit gelungen. Der Stecker wurde mir schneller als erwartet gezogen. Natürlich musste ich damit rechnen, dass nicht alle Beteiligten die Verantwortung vom Kunstwerk «Abstraktes Licht-Tänzlein für die Presse- und Kunstfreiheit» voll und ganz mittragen konnten. Nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern aus Sicherheitsgründen musste mein Kunstwerk leider viel zu früh wieder abgeschaltet werden.

Positiv:

Um die wichtigen Inhalte vom Kunstwerk «Abstraktes Licht-Tänzlein für die Presse- und Kunstfreiheit» weiterhin auszusenden werde ich später wieder einen ganz anderen Versuch realisieren. Ich bleibe an der Arbeit. Beim nächsten Versuch werde ich darauf achten gar keine «Partner» in eine Betroffenheit zu setzen. Als Künstler im Alleingang habe ich mehr Möglichkeiten ausserordentliche Verantwortungen zu tragen. Das habe ich nun wiederum einmal mehr gelernt.

Informationen zum Kunstwerk:
WETZ: «ABSTRAKTES LICHT-TÄNZLEIN FÜR DIE PRESSE- UND KUNSTFREIHEIT» 2020

Ein Landessender-Kunstwerk von Wetz in der Kabine vom Radio-Beromünster-Turm auf dem Blosenberg.
Eine nächtliche, kurze und sanft-sichtbare Kunst-Installation zur weltweiten Förderung der Presse- und Kunstfreiheit.
Ein Einbezug des Sendeturms zum Gesamtkunstwerk KKLB.

Erstaufführung: Samstag 25. Juli 2020
Materialität: 4 gelbe Blitzleuchten und eine Schaltuhr mit DCF-Empfänger.

Mitarbeit: KKLB-General-Manager David Bucher und zwei professionelle Industriekletterer.
Bilder: Stephan Schüpfer, Restaurant Chommle

Inhaltlicher Werkbeschrieb von Wetz:

Jeden Abend von 22:49 (also genau um 11 vor 11 in der Nacht) erscheint in der Kabine vom Sendeturm ein ganz kurzer Lichtertanz. Ein positives «Signal der Hoffnung» für eine weltweite Presse- und Kunstfreiheit. Je nach Nähe und Witterung wird dieses Kunstwerk sichtbar sein.

Der Landessender Beromünster hat es geschafft auch in der Zeit des zweiten Weltkriegs laufend neutrale Informationen weit über die Landesgrenzen hinaus auszustrahlen. Trotz mehreren Drohungen von Hitler-Deutschland hat der Sender seine Pressefreiheit auch in dieser Zeit mutig ausgeübt. Dank den Radio-Beromünster-Informationen wurden im zweiten Weltkrieg viele Leben gerettet.

Wie der Künstler Ai Weiwei kürzlich sagte, ist aktuell gerade die Presse- und Kunstfreiheit in Hongkong stark bedroht. Ein Grund warum ich mein Kunstwerk in seiner Ausführung forcierte.
Im neuen Hongkonger Museumsbau M+ von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron könnte so die wertvolle Präsentation von zeitgenössischer Chinesischer Kunst in ihrer Freiheit gefährdet sein. Die wichtige Kollektion des Schweizer-Sammlers Uli Sigg soll im M+ Einzug halten und in künstlerischen Freiheit präsentiert werden können.
Das Wetz-Kunstwerk «Abstraktes Licht-Tänzlein für die Presse- und Kunstfreiheit» soll so alle Kräfte auch für dieses Vorhaben geistig stärken.

«Als freischaffender Künstler, Besitzer und Betreiber eines Gesamtkunstwerks in den Gebäuden vom Landessender Beromünster, dem Mutterhaus der SRG, fühle ich mich verpflichtet neben der mir sehr wichtigen Kunstfreiheit auch die Pressefreiheit zu fördern. Diese Aufgabe habe ich bis heute schon mehrmals mit entsprechenden Themeninhalten bei Veranstaltungen im KKLB realisiert.» Ein Beispiel vom 23.02.2018 | Tele 1: «Die SRG feiert Geburtstag»

Werkrealisations-Beschrieb von Wetz:

Noch vor unserem 100-Jahre-Jubiläum (10 Jahre KKLB plus 90 Jahre Landessender Beromünster im 2021) ist es dank bestem Einvernehmen mit der Swisscom Broadcast AG, dem damaligen Besitzer von den Gebäuden des Landessenders Beromünster und dem heutigen Besitzer vom Sendeturm, gelungen das Turm-Kunstwerk von Wetz zu realisieren.

Die positiven Beziehung mit der Denkmalpflege, dank der Erhaltung der Gebäude des wichtigen schweizerischen «Kommunikationsdenkmals» Landessender Beromünster, war förderlich um dieses Wetz-Werk auf dem denkmalgeschützten Turm zu installieren.

Die speditive Zusammenarbeit mit den Leuten der Empa und dem Bundesamt für Umwelt BAFU, die heute Luftmessungen auf dem Turm machen, hat es ermöglicht das Werk «Abstraktes Licht-Tänzlein für die Presse- und Kunstfreiheit» in der Kabine vom Sendeturm früher als erwartet in die Tat umzusetzen.

Der Zeitpunkt «11 vor 11» ist zufällig gewählt. Es ist eine Zeit die man sich merken kann. Es ist an diesem Zeitpunkt das ganze Jahr hindurch schon dunkel und die meisten Leute sind noch nicht im Bett.

Hier noch ein paar Infos zum Turm unter dem Titel: «Lustiges und Superlativen» von Wetz:

Beim heutigen Besitzer (Swisscom Broadcast AG) heisst der bis heute übrig gebliebene Turm vom Landessender Beromünster Blosenbergturm. Bei der Bevölkerung von Beromünster heisst der Turm vom Landessender Beromünster komischerweise Landessender Beromünster. Und der tatsächliche Landessender Beromünster heisst in Beromünster schlicht nur Sender. Und in Beromünster sagt man der Gemeinde Beromünster nur Möischter. Der Graf Bero aus dem Aargau wird also vor Ort im Ortsnamen nicht berücksichtigt. Warum Münster damals 1931, als der Landessender kam, zu Beromünster umgetauft wurde ist eine andere Geschichte.

Der Sendeturm von Beromünster, mit seinen 217 Metern, ist auch heute noch eines der höchsten Gebäude der Schweiz. Es handelt sich dank seiner Kabine um ein Gebäude und nicht, wie oft falsch geschrieben wird, nur um einen Antennenbau. Als Prestigebauwerk wurde der Turm von der Schweizerischen Eidgenossenschaft 1937 gebaut und in Betrieb genommen. Betriebstechnisch, sagten uns die damaligen Techniker als sie uns im KKLB besuchten, hätten die 1931 erbauten und heute abgebrochenen zwei je 125 Meter hohen Sendetürme ausgereicht. Man habe aber 1937 zum grössten Sendegebäude der Welt ein gebührendes Mahnmal gewollt. Tatsächlich habe ich bei meinen Recherchen, überall auf der Welt, noch kein annähernd so grosses Sendegebäude wie der Landessender Beromünster gefunden.

Blosenberg heisst der Flurname bei welchem der Sendeturm steht, deshalb heisst wohl der Turm beim Besitzer Blosenbergturm. Der Flurname Blosenberg ist nicht wegen einem starken Wind, der da oben herrschen kann entstanden, sondern wegen der «Blasenbildung der Landschaft». Vergleichbar der Bildung einer Blase auf der Haut nach einer Verbrennung.

Lustig finde ich auch noch, dass bei einer Berichterstattung über unser KKLB – Kunst und Kultur im Landessender Beromünster immer mal wieder vom ehemaligen Landessender Beromünster berichtet wird. Unser Projekt KKLB findet im Landessender Beromünster statt. Er wurde nicht abgerissen. Es gibt auch keinen neuen Landessender Beromünster irgendwo auf dieser Welt.

Reaktionen

23.07.2020 | Luzerner Zeitung: Eine Lichtinstallation auf dem Sendeturm

23.07.2020 | Anzeiger Michelsamt: Lichtertanz in der Kabine (Sandro Portmann)