Andrea Portmann

1985, lebt in Luzern

Andrea Portmann hat in Zürich und Wien Germanistik und Kunstgeschichte studiert.

Humor, Verspieltheit und das Staunen über das Fantastische im Alltäglichen prägen Andrea Portmanns Schaffen. Durch ihre Tätigkeit im Bereich Alphabetisierung von fremdsprachigen MigrantInnen an der ECAP Zentralschweiz hat sie ein sensibles Sensorium für die schöpferische Wandlungsfähigkeit und die ungewollten Launen der Deutschen Sprache. Dieses Staunen befruchtet ihre Arbeiten ebenso stark wie das sich Wundern über die mannigfaltigen Formen von Asphaltflecken, in denen kopflose Flamingos flirten, Schildkröten hüpfen oder Figuren tanzen. Den Gegenständen ihr kreatives Potential lassend, fügt sie das zusammen, was sich bei achtsamer Anschauung praktisch von selbst findet oder ihr in glücklichen Augenblicken zufällt. Ihre Bildfindungen suchen nicht die glatte Oberfläche, sondern vielmehr das nicht Perfekte, «Krause», aus dem heraus die Dinge zu atmen beginnen.

Im KKLB überführt die Gestalterin ihre Formen aus einem gewachsenen Interesse an der Haptik erstmals ins Dreidimensionale. Im Raum «nachts erwacht» macht ein Haufen zerknüllter Seidenpapierkugeln geräuschvoll auf sich aufmerksam (Sounddesign: Kevin Graber). Beim Lesen des Gedichts «Die Kugeln» von Christian Morgenstern (1871–1914) über das Wort „grugeln“ stolpernd, liess sich Andrea Portmann von diesem lautmalerischen Wort inspirieren… Begleitet werden die «grugelnden» Kugeln von übers Papier mäandernden Nachtgestalten, die uns von den Wänden her entgegenblicken.
Im zweiten Raum trifft man auf farblich und formal feingestimmte Bildfindungen, deren Titel sich an der Wand zu einem eigensinnigen Text fügen. Ergänzt werden diese Arbeiten durch tänzerische Tusche-Collagen und einem seltsamen nasenähnlichen Objekt aus Seidenpapier, das aussieht, als hätte es sich spontan aus einer Collage gestülpt.