Charles Moser

28. August bis 27. November 2018

Bei der Konzeption seiner aktuellen Ausstellung im Kunsthaus Sursee schlenderte Künstler Charles Moser durch die Otto’s-Filiale und entwickelte aus dem dortigen Warenangebot heraus eine Arbeit, die gesellschaftliche Fragen wie das Konsumverhalten ebenso zum Thema macht wie Rassismus.
Mit im Verkaufsladen feilgebotenen Produkten erzählt Charles Moser Geschichten, indem er die vorgefundenen Artefakte in einen neuen Kontext stellt. So stiess er mitunter auf einen fast einen Meter grossen Gorilla aus Kunststoff, den er sogleich in die Ausstellung integrierte. «Von vielen bedrohten Tierarten werden heute künstliche Duplikate angefertigt, an denen sich der Mensch erfreuen soll. Gleichzeitig ist es der Mensch, der dafür verantwortlich ist, dass solche Geschöpfe am Verschwinden sind», erklärt Moser. So ist der dem Warendschungel entrissene Gorilla denn auch im Ausstellungsraum nicht frei: Auf allen vier Seiten des Raumes sind Gitterstäbe angebracht, dahinter die vermeintliche Freiheit in Form von mit Dschungeldickicht bedruckten Duvets.
Dem Kunststoff-Gorilla hat Moser eine Wasserwaage in die Hand gelegt – ein Zeichen für die Intelligenz dieses aus Afrika stammenden Lebewesens. Doch an den Wänden angebrachte Tafeln mit Aussagen verschiedener Persönlichkeiten – von Franz Kafka bis hin zu Donald Trump – führen den Betrachter immer näher an einen kulturellen Diskurs, der auch Rassismus zum Thema macht. Anhand dieser Eindrücke kommt der Betrachter letztlich nicht drum herum, das Verhältnis der westlichen Welt zum afrikanischen Kontinent und seinen Bewohnern zu hinterfragen.

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